Dr. Veronika von Heise-Rotenburg

Wer sich ernsthaft mit Asset-based Financing beschäftigt, stößt schnell auf den Begriff der Special Purpose Vehicle (SPV). Doch warum braucht man für die Finanzierung von Assets eine eigene Firma?

Die Magie der Trennung (OpCo vs. AssetCo)

Das Ziel von ABF ist es, die Vermögenswerte (Assets) vom operativen Risiko des Startups (OpCo) zu isolieren. Die Assets werden in eine rechtlich selbstständige, insolvenzfeste Zweckgesellschaft ausgelagert.

Die Säulen der Sicherheit für Kapitalgeber:

  1. Insolvenzfestigkeit: Sollte die Muttergesellschaft (OpCo) in Schieflage geraten, bleiben die Assets im SPV geschützt und fallen nicht in die allgemeine Insolvenzmasse.
  2. Neutralität: Um Interessenkonflikte zu vermeiden, wird die Geschäftsführung des SPV oft durch unabhängige Dritte besetzt, sogenannte Corporate Services Provider. 
  3. Der Zahlungs-Wasserfall: Die Einnahmen aus den Assets (z.B. Mieten) fließen nach einer festen Rangfolge ab. Zuerst werden Steuern und Kosten gedeckt, dann Zinsen und Tilgung an die Bank gezahlt, und erst der Überschuss fließt zurück an das Startup.
  4. Loan-to-Value (LTV): Die Finanzierungshöhe richtet sich strikt nach dem Wert der Assets. Während Forderungen oft bis zu 95% beliehen werden können, sind es bei Lagerbeständen aufgrund des höheren Risikos eher 85% – bie Miet- oder Leasingmodellen ist es ein Anteil an den fest kontrahierten Kunden-Cashflows (abzüglich des zu erwartenden Ausfallrisikos) sowie ein Anteil der erwarteten Restwerte. 

Diese professionelle Strukturierung senkt das Risiko für Banken massiv und ermöglicht so die deutlich attraktiveren Zinskonditionen, bzw. überhaupt erst eine Beleihung. 

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