Asset-based Financing ist kein „Schnellschuss“, sondern ein strategisches Projekt. Wer diese Finanzierungsform nutzen möchte, muss sich auf einen intensiven internen und externen Prozess vorbereiten.
Der Fahrplan zur Umsetzung
Rechne mit einem Zeitraum von etwa 6 bis 9 Monaten vom Erstkontakt bis zur Auszahlung. Typische Phasen sind:
- Asset-Analyse: Identifikation der geeigneten Werte (z.B. Mietforderungen, Lagerbestände oder Maschinen).
- Ansprache & Termsheet: Auswahl der passenden Bankpartner und Verhandlung der Kernkonditionen wie Marge und Laufzeit.
- Strukturierung & Verträge: Hier werden die juristischen Details der Zweckgesellschaft und der Sicherheiten geregelt.
Die Kosten im Blick behalten
ABF bietet zwar günstige Zinsen, erfordert aber ein gewisses Investment in die Struktur. Für eine erste Lösung kann man mit Transaktionskosten zwischen 100.000 und 150.000 Euro rechnen – bei komplexen Verbriefungen natürlich deutlich mehr. Es ist üblich, dass der Borrower (also der Kreditnehmer) auch die Rechtskosten der Bank(en) trägt.
Best Practices für Gründende:
- Daten sind alles: Ihr müsst den Wertverlauf und die Ausfallraten der Assets präzise belegen können. Saubere Datenhistorien führen zu besseren Konditionen.
- Frühe Rechtsberatung: Bindet frühzeitig spezialisierte Anwälte ein, um die Übertragbarkeit der Kundenverträge sicherzustellen, interne Prozesse bankkonform zu gestalten, Bonitätsprüfungen rechtskonform aufzusetzen.
- Risikomanagement: Achtet auf Wertminderungsrisiken der Assets und – wo möglich – bedenkt Absicherungen gegen Wertverlust wie Versicherungen (z.B. gegen Diebstahl oder Schäden) oder Rückkaufoptionen (Buybacks) von Herstellern.
Fazit: ABF ist ein mächtiges Werkzeug, erfordert aber operative Disziplin und eine exzellente Vorbereitung. Einmal etabliert, ist es jedoch der ideale Treiber für eine nachhaltige Skalierung.
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