In der Welt der Startups und Scale-ups gilt Eigenkapital oft als das Maß aller Dinge. Doch die Beschaffung von Venture Capital ist seit der jüngsten Finanzierungskrise schwieriger und teurer geworden. Gründende stehen vor dem Dilemma: Entweder massiv Anteile abgeben oder das Wachstum bremsen, da klassische Banken bei jungen Unternehmen ohne lange Historie meist keine Kredite geben (eine fünfjährige Historie sowie Profitabilität sind dafür übliche Rating-Voraussetzungen).
Immer dann, wenn Unternehmen ein Leasing- oder Mietmodell betreibt, gibt es eine gangbare Alternative: Asset-based Financing (ABF)
Was ist ABF eigentlich?
Im Kern geht es darum, nicht das gesamte Unternehmen als Risikoobjekt zu betrachten, sondern gezielt jene Vermögenswerte zu beleihen, die bereits Cashflows generieren. Statt auf die allgemeine Bonität schaut der Kapitalgeber primär auf die Qualität und Liquidierbarkeit der Assets, sowie auf die Qualität der Cashflows, die diese generieren (und die Bonität der Kund*innen, die die Assets geleast oder gemietet haben, und damit vertraglich zur Zahlung der Cashflows verpflichtet sind):
Warum Startups davon profitieren:
- Wachstum ohne Verwässerung: Sie erhalten frisches Kapital, ohne Anteile an Gründer- oder Altinvestoren zu verlieren.
- Skalierbarkeit: Die Kreditlinie ist nicht statisch, sondern wächst dynamisch mit der Asset-Basis mit. Aufschläge von bis zu 100% über dem aktuell benötigten Volumen, die innerhalb von 18-24 Monaten eingelöst werden können, sind üblich.
- Gütesiegel für Investoren: Wer bereits früh ABF-Partner überzeugt, signalisiert dem Markt eine hohe operative Stärke – nach dem Motto: „Sogar Banken finanzieren dieses Modell“.
- Kosteneffizienz: Im Vergleich zu Venture Debt liegen die Zinssätze oft nur bei einem Bruchteil (ca. 3-8% statt bis zu 18%).
Ob E-Scooter wie bei Tier, Solaranlagen wie bei Enpal oder Golfstrom, Wärmepumpen bei Thermondo oder Miet-Smartphones wie bei Everphone: ABF ermöglicht es, kapitalintensive Geschäftsmodelle nachhaltig und effizient zu skalieren.
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