Wachstum über eigene Assets finanzieren
Was ist Asset-based Financing?
Asset-based Financing finanziert Wachstum mit Fremdkapital und dem Wert der eigenen Vermögensgegenstände als Sicherheit statt über Eigenkapital und damit Unternehmensanteile. Anders als beim klassischen Bankkredit steht nicht die Bonitätshistorie des Unternehmens im Mittelpunkt, sondern die Werthaltigkeit der finanzierten Vermögenswerte und die Planbarkeit der aus ihnen erzielten Cashflows.
Für welche Unternehmen es sich eignet
Zwei Voraussetzungen müssen zusammenkommen: planbare wiederkehrende Erlöse und werthaltige physische Assets. Wo beides gegeben ist, lässt sich der Finanzierungsbedarf vom Eigenkapital entkoppeln. Typische Geschäftsmodelle sind Asset-as-a-Service, Auto-Abo oder Auto-Leasing und Equipment-Leasing oder -Miete.
Fehlt eine der beiden Voraussetzungen, trägt die Struktur nicht: Ohne werthaltige Assets gibt es nichts zu besichern, ohne planbare Erlöse lässt sich der Schuldendienst nicht kalkulieren.
Wie das in der Praxis aussieht
Bei Everphone habe ich dafür zwei Facilities aufgesetzt: eine für das physische Inventar über 20 Mio. € und eine echte Verbriefung, besichert durch Mietforderungen von Kunden guter Bonität und den realen Restwert der Geräte. Insgesamt sind das fünf Lender und 270 Mio. € Finanzierungsvolumen.
Im Januar 2026 wurde die Fazilität neu verhandelt. Citi blieb Anbieter der Miet- und Restwert-Verbriefungslösung, NORD/LB und Värde kamen als Finanzierungspartner hinzu, und die Refinanzierungskosten sanken um rund 20 Prozent.
Belege
- Everphone-Pressemitteilung vom 17. Januar 2024: Verdopplung des Finanzierungsvolumens auf 270 Mio. € über eine Verbriefungsstruktur, mit Citigroup, KfW und The Phoenix Insurance Company.
- Everphone-Pressemitteilung vom 26. Januar 2026: Ausweitung der Kreditfazilität, NORD/LB und Värde als neue Finanzierungspartner, Refinanzierungskosten rund 20 Prozent niedriger.
- FINANCE Magazin vom 23. Januar 2026, Frederic Haupt: „Wie Everphone die Finanzierungskosten um 20 Prozent senkt“. Kostenpflichtig.
Veröffentlichungen
Asset-Based Financing: eine strategische Finanzierungsalternative?
Wie Start-ups mit kapitalintensiven Geschäftsmodellen durchstarten können
Dietmar Helms, Sandra Reinecke, Veronika von Heise-Rotenburg, in: ReThinking Finance 5/2025, Oktober 2025. Der Beitrag ist ausschließlich über die Datenbank des Verlags abrufbar und setzt einen Zugang voraus; einen frei zugänglichen Direktlink gibt es nicht. Die Zeitschrift beim Verlag.
Finanzmanagement in Start-ups und Scale-ups
Veronika von Heise-Rotenburg (Hrsg.), Schäffer-Poeschel, Stuttgart, 1. Auflage Juli 2026. Kapitel 7: Fundraising.
Aus dem Blog
- Die smarte Alternative zu VC: warum Asset-based Financing für Start-ups mit physischen Assets eine echte Option neben Eigenkapital ist.
- Finanzierungsoptionen für Scale-ups im Check: Equity, Debt und Asset-based Financing im Vergleich, und welche Form zu welcher Wachstumsphase passt.
- Finance-Check: Lohnt sich Asset-based Financing?: die Kalkulation, die vor der Entscheidung stehen sollte.
- Von der Idee zum ersten Euro: welche internen Vorarbeiten eine ABF-Finanzierung voraussetzt, von der ersten Idee bis zur Auszahlung.
- Hinter den Kulissen: Strukturierung mit Zweckgesellschaften: wie eine SPV-Struktur die Assets vom operativen Risiko trennt.
Im Gespräch
- DAWICON CFO INSIGHTS, Folge 64: „Asset-based Financing: Wie funktioniert die Finanzierung über das Umlaufvermögen?“
- SpeaQ! – Der Q-Summit Podcast, Folge 35: über die Finanzierung und das Geschäftsmodell von Everphone.
- Finance Executive Podcast, Folge 49: „Erfolgreiches Fundraising: Herausforderungen und Learnings“.
- CFO Insights: „Dr. Veronika von Heise-Rotenburg, CFO & MD @Everphone, shares lessons of raising capital, debt funding and the importance of the CEO partnership“.