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Dr. Veronika von Heise-Rotenburg

Wachstum über eigene Assets finanzieren

Was ist Asset-based Financing?

Asset-based Financing finanziert Wachstum mit Fremdkapital und dem Wert der eigenen Vermögensgegenstände als Sicherheit statt über Eigenkapital und damit Unternehmensanteile. Anders als beim klassischen Bankkredit steht nicht die Bonitätshistorie des Unternehmens im Mittelpunkt, sondern die Werthaltigkeit der finanzierten Vermögenswerte und die Planbarkeit der aus ihnen erzielten Cashflows.

Für welche Unternehmen es sich eignet

Zwei Voraussetzungen müssen zusammenkommen: planbare wiederkehrende Erlöse und werthaltige physische Assets. Wo beides gegeben ist, lässt sich der Finanzierungsbedarf vom Eigenkapital entkoppeln. Typische Geschäftsmodelle sind Asset-as-a-Service, Auto-Abo oder Auto-Leasing und Equipment-Leasing oder -Miete.

Fehlt eine der beiden Voraussetzungen, trägt die Struktur nicht: Ohne werthaltige Assets gibt es nichts zu besichern, ohne planbare Erlöse lässt sich der Schuldendienst nicht kalkulieren.

Wie das in der Praxis aussieht

Bei Everphone habe ich dafür zwei Facilities aufgesetzt: eine für das physische Inventar über 20 Mio. € und eine echte Verbriefung, besichert durch Mietforderungen von Kunden guter Bonität und den realen Restwert der Geräte. Die Struktur ist privat bei Banken platziert, nicht am öffentlichen Kapitalmarkt. Insgesamt sind das fünf Lender und 270 Mio. € Finanzierungsvolumen.

Im Januar 2026 wurde die Fazilität neu verhandelt. Citi blieb Anbieter der Miet- und Restwert-Verbriefungslösung, NORD/LB und Värde kamen als Finanzierungspartner hinzu, und die Refinanzierungskosten sanken um rund 20 Prozent.

Belege

Veröffentlichungen

Asset-Based Financing: eine strategische Finanzierungsalternative?
Wie Start-ups mit kapitalintensiven Geschäftsmodellen durchstarten können

Dietmar Helms, Sandra Reinecke, Veronika von Heise-Rotenburg, in: ReThinking Finance 5/2025, Oktober 2025. Der Beitrag ist ausschließlich über die Datenbank des Verlags abrufbar und setzt einen Zugang voraus; einen frei zugänglichen Direktlink gibt es nicht. Die Zeitschrift beim Verlag.

Finanzmanagement in Start-ups und Scale-ups
Veronika von Heise-Rotenburg (Hrsg.), Schäffer-Poeschel, Stuttgart, 1. Auflage Juli 2026. Kapitel 7: Fundraising.

Aus dem Blog

Im Gespräch

  • DAWICON CFO INSIGHTS, Folge 64: „Asset-based Financing: Wie funktioniert die Finanzierung über das Umlaufvermögen?“: Strukturen, Loan-to-Value und der Satz, die beste Finanzierung sei die, die man nicht braucht.
  • DAWICON CFO INSIGHTS, Folge 139: „Funraising: Strategien zur Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung“: Bankverhandlungen von der Gründerpräsentation bis zur Lagerbesichtigung und wann Venture Debt trägt.
  • CFO Insights (englisch): Lessons of raising capital, debt funding and the importance of the CEO partnership: welche Finanzierungsinstrumente wann tragen.
  • SpeaQ! – Der Q-Summit Podcast, Folge 35: wie die Refinanzierung entstand, ausgelöst von einem Auftrag über 10.000 Geräte. Der Titel der Folge nennt 271 Mio. €; die Pressemitteilungen weisen 270 Mio. € Finanzierungsvolumen aus.
  • Nice to know for CFO, Folge 66: „Wachstum um jeden Preis? Diese Zeiten sind vorbei“: Kapital ist teurer und selektiver geworden; neben der Wachstumsstory braucht es einen Profitabilitätspfad.
  • Finance Executive Podcast, Folge 49: „Erfolgreiches Fundraising: Herausforderungen und Learnings“: eine Stunde zu Eigen- und Fremdkapital und zur Auswahl von Finanzierungspartnern.